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BMW: Highlight auf der IAA

10.09.2025 4 Min.
  • Christian Ingerl
    Redaktor

Der Münchner Auto-Konzern möchte mit der «Neuen Klasse» seine führende Position unter den deutschen Premiumherstellern absichern. Ein jüngster Kursrücksetzer könnte sich als Chance entpuppen.

Am gestrigen Dienstag, 9. September, haben sich die Tore der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in München geöffnet. Die kriselnde Branche zeigt nun sechs Tage lang, wie die Rückkehr auf die Überholspur gelingen soll. Mit fast 750 Ausstellern aus 37 Ländern ist der Zulauf enorm. Ein Konzern steht dabei besonders im Fokus: BMW. Der deutsche Premiumhersteller präsentiert nach vier Jahren Vorbereitung seine «Neue Klasse». Bereits im Vorfeld der Messe wurde als erstes Fahrzeug der Reihe das elektrische SUV iX3 vorgestellt, das laut Konzern-Chef das «grösste Zukunftsprojekt von BMW» ist. Auch Analysten zeigen sich begeistert: «Das Auto ist für BMW ein Meilenstein», so Pal Skirta, Autoanalyst beim Bankhaus Metzler. 

Mit der Neuen Klasse möchte BMW vor allem auf dem schwierigen chinesischen Markt wieder Boden gut machen. Im ersten Halbjahr ging der Absatz der Münchner in der Volksrepublik noch um 15.5% zurück. «Mit steigender Verfügbarkeit der Neuen Klasse werden wir wieder Wachstum in China sehen», zeigte sich Finanzchef Walter Mertl im Rahmen der IAA zuversichtlich und fügte hinzu: «Wenn ich mir unsere künftige Modellpalette anschaue, dann mache ich mir keine Sorgen.»

Zunehmende Margenstärke

Da die Vergangenheit gezeigt hat, dass das alte Paradigma «mehr Stückzahlen = mehr Profit» nicht mehr greift, geht es auch BMW darum, die zukünftigen Modelle möglichst gewinnbringend zu produzieren. Das ist laut Finanzjongleur Mertl auch der Fall. So ist die Batterie der neuen Fahrzeuge um 40% bis 50% günstiger als bei den bestehenden Modellen. Allein das reicht aus, um bereits im kommenden Jahr mit dem iX3 50 in Deutschland Margenparität mit dem vergleichbaren Verbrennermodell zu erreichen. Bis Ende des Jahrzehnts sollen dann die Stromer auf Basis der Neuen Klasse die älteren Modelle ablösen, wodurch sich das strategische Ziel einer operativen Marge von 8% bis 10%, welches BMW auch in der Vergangenheit immer wieder erreicht hat, bestehen bleibt. Die billigeren Batterien in den neuen Fahrzeugen sind also der Schlüsselfaktor, um die Rentabilität wieder zu steigern.

Bremsfaktor Zölle

Mit Blick auf die Rendite kommt derzeit Gegenwind von den Zöllen. Nach dem aktuellen Abkommen mit den USA sind für Autos Abgaben von 15% fällig. Bei BMW belasten diese die Gewinnmarge um 1.25%. CFO Mertl sieht darin aber keine Dauerbelastung, er rechnet nicht damit, dass «die Zölle in drei Jahren noch da sind, wo sie heute liegen.» Auch für das laufende Geschäftsjahr gibt sich BMW trotz eines schwachen ersten Semesters durchaus hoffnungsvoll. So soll die Gewinnmarge, die im zweiten Quartal nur noch bei 5.4% lag und damit drei Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr, allen Belastungen zum Trotz die erwartete Spanne von 5% bis 7% erreichen. 

Der dreistellige Bereich ruft

Börsianer zeigen sich bezüglich BMW ebenfalls positiv, die Aktie legte in diesem Jahr bereits 11% zu und schnitt damit deutlich besser ab als die beiden Premium-Rivalen Porsche und Mercedes-Benz, deren Kurse im roten Bereich drehen. Kürzlich ist dem weiss-blauen Auto-Titel auch noch der Ausbruch auf ein neues Jahreshoch gelungen. Danach setzte eine Konsolidierung im Bereich der EUR 90er-Marke ein, welche sich nun Richtung 100- und 200-Tage-Durchschnitt ausgedehnt hat. Die sich zuletzt verschärfende Konsolidierung ist laut einem Insider auf der Automobilausstellung dadurch entstanden, dass sich der Vorstand angeblich enttäuscht über das dritte Quartal geäussert haben soll. Ein offizielles Statement dazu gibt es nicht, sodass die Spekulationen schnell wieder verpuffen und der Rücksetzer sich als Einstiegschance erweisen könnte.

Geht es nach den Analysten der UBS, dürfte es sich sowieso nur um eine kurze Verschnaufpause handeln. Die Schweizer Grossbank schraubte bereits Anfang August ihr Kursziel auf EUR 100 nach oben. Es wird nun spannend, ob sich auch andere Researchhäuser, speziell nach der jüngsten Vorstellung der Neuen Klasse, aus der Deckung wagen.

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