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payoff Interviews

Das Gesamtvolumen der US-Haustierindustrie liegt bei USD 164 Milliarden

03.07.2025 6 Min.
  • Serge Nussbaumer
    Chefredaktor

Frau Sparenberg, Sie haben ein Tracker-Zertifikat auf den Solactive Pet Industry Index lanciert. Was war die Motivation hinter dieser Idee? Ihr eigenes Haustier?

Viele unserer Ideen für Themeninvestments stammen aus dem persönlichen Umfeld. Themen, mit denen man sich identifizieren kann, Trends, die man selbst unterstützt oder eben das Haustier, das man hat. Mein Rauhaardackel «Norbert» hat mich doch ein wenig inspiriert, da ich selbst viel (manchmal vielleicht etwas zu viel) in das Wohl meines Hundes investiere, sei es Leinen, Körbchen, Näpfe, Futter, Pflege oder Nahrungsergänzung, die Liste ist lang.

Bei Heimtier-Industrie denken vermutlich viele zuerst an Hunde und Katzen. Doch was umfasst dieser Zweig alles?

So vielfältig wie die Heimtierarten ist auch die Heimtierindustrie. Hund, Katze, Vogel, Schlange, Fisch – sie alle brauchen … Futter! Das ist die erste Assoziation, die man mit dieser Frage verbindet, und durchaus plausibel. Aber das ist nicht alles. Zur Heimtierindustrie gehören auch Anbieter von Tierpflege- oder Hygieneprodukten, Tierspielzeug oder Veterinärmedizin. Auch Versicherungen für Hund und Maus sowie deren Training gehören dazu.

Die Heimtier-Industrie gilt als Wachstumsmarkt. Sie hatte während der Corona-Krise einen starken Schub, aktuell ist die Lage jedoch eher durchzogen. Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage?

Während Corona gabs einen regelrechten Boom im Heimtiermarkt. Die sogenannten «Corona-
Welpen» kamen in Haushalte und die kleinen Fellknäule dachten lange Zeit Menschen gibt es nur mit Schutzmaske. Genauso wie der Baumarkt Boom hatte aber auch dieser Schub ein Ende oder eher eine Verschnaufpause. Denn Wachstum sehen Experten immer noch in diesem Markt und die Dynamik wird in den nächsten Jahren wohl zunehmen.

Wo sehen Sie das Potenzial für die Zukunft? Wieviel Wachstum steckt noch im Napf?

Einerseits kommen Untersuchungen zu dem Schluss, dass die Zahl der Haustiere weltweit in den kommenden Jahren steigen wird – und damit auch die Ausgaben für unsere tierischen Begleiter. Andererseits steigt die Lebenserwartung von Haustieren, was auf die sich stetig verbessernde Gesundheitsversorgung zurückzuführen ist. Laut einer Studie von Morgan Stanley werden die Ausgaben in der US-Heimtierindustrie bis 2030 um durchschnittlich 7% pro Jahr wachsen. Damit würde das Wachstum der Heimtierindustrie laut Morgan Stanley das fast aller anderen Einzelhandelssektoren übertreffen.

Welche gesellschaftlichen oder demografischen Entwicklungen treiben Ihrer Meinung nach das Wachstum in der Heimtierbranche?

Haustiere werden nicht mehr nur als Familienzusatz betrachtet, bei dem beispielweise ein Hamster angeschafft wird, um Kindern Verantwortung zu vermitteln. Für manche sind Heimtier auch ein Kinderersatz. In Japan hat gerade die Heimtierpopulation diese an Kindern unter 4 Jahren überholt. Auch in China zeichnet sich dieser Trend ab: Goldman Sachs prognostiziert, dass bis 2030 doppelt so viele Haustiere wie Kinder unter vier Jahren in China leben werden.

Kaufen Tierhalter eher preisbewusst oder qualitätsorientiert?

Laut einer Studie von Morgan Stanley lagen die jährlichen Ausgaben pro Haustier in den USA 2024 bei durchschnittlich USD 1’155. Das Gesamtvolumen der US-Haustierindustrie wird auf USD 164 Milliarden geschätzt. Ähnlich viel geben auch die Europäer für ihre tierischen Freunde aus. Allein die Ausgaben für Tierfutter belaufen sich nach Angaben des Branchenverbandes FEDIAF auf jährlich rund EUR 30 Milliarden. 

Können Sie kurz beschreiben, wie der Solactive Pet Industry Index zusammengesetzt ist?

Der Solactive Pet Industry Index wird von der Solactive AG berechnet und veröffentlicht. Er umfasst Aktiengesellschaften, die in den verschiedenen Segmenten des Heimtiermarktes aktiv sind. Dazu zählen Unternehmen, die z. B. auf Tierfutter spezialisiert sind, sowie Anbieter von Tierpflege- und Hygieneprodukten, Spielzeug und sonstigem Heimtierzubehör. Ebenso können Unternehmen, die sich mit Veterinärmedizin, Pharmazeutika und diagnostischen Lösungen für Haustiere beschäftigen, sowie Haustierversicherungen und sonstige Dienstleister (z. B. Training, Wellness) Indexkomponenten darstellen.

Wie erfolgt die Titelauswahl innerhalb des Index? Nach welchen fundamentalen oder quantitativen Kriterien wird entschieden, ob ein Unternehmen aufgenommen wird oder nicht.

Mögliche Titel werden durch einen Sprachalgorithmus identifiziert, der Unternehmensprofile und -publikationen im vordefinierten möglichen Index-Universum scannt. Der Algorithmus sucht anhand von Schlüsselwörtern, die das Index-Thema beschreiben, nach geeigneten Unternehmen. Von diesen werden 20 Gesellschaften auf Basis eines Rankings ausgewählt. Dieses Ranking entscheidet auch über die Gewichtung im Index. Um die Strategie stets marktnah zu halten, wird der Index zweimal im Jahr überprüft und rebalanciert.

Welche Rolle spielen Umsatzanteile im Heimtiersegment für die Aufnahme in den Index? Gibt es Schwellenwerte?

Um in den Index aufgenommen zu werden, müssen Aktiengesellschaften bestimmte Kriterien erfüllen. So muss ein durchschnittlicher täglicher Handelsumsatz von mindestens USD 1 Million in der Aktie stattfinden. Die Gewichtung im Index erfolgt durch einen Algorithmus, der einen jeweiligen Score vergibt. Dieser zeigt an, wie stark ein Unternehmen mit den Schlüsselwörtern in Verbindung steht. Unternehmen mit einem höheren Score erhalten somit auch eine höhere Gewichtung im Index.

Wie aktuell ist das Thema KI in diesem Bereich? Und falls dem so ist, können Sie uns Beispiele nennen?

Künstliche Intelligenz ist mittlerweile allgegenwärtig. Ein Beispiel im Heimtiermarkt sind z B. die Smart Pet Toys. Diese Spielzeuge sind mit Sensoren ausgestattet, sodass sie mit Haustieren interagieren, auf deren Handlungen reagieren, die Gesundheit überwachen oder auch das Verhalten verfolgen können. Es geht also nicht mehr nur um den Ballwurf, sondern auch um das geistige Wohlbefinden von Bello.

Vielen Dank, Frau Sparenberg.

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Vivien Sparenberg
Head Flow Products Distribution Schweiz, Bank Vontobel AG

Vivien Sparenberg ist seit 2015 für Vontobel tätig. Im Jahr 2020 übernahm sie die Funktion des Head Flow Products Distribution Switzerland und betreut mit ihrem Team Privatanleger auf dem Schweizer Markt. Zuvor sammelte sie praktische Erfahrungen im Bereich Strukturierte Produkte bei BNP Paribas und Commerzbank und absolvierte ihren Bachelor an der Hochschule Osnabrück.

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Lizenzhinweis und Haftungsausschluss
Solactive AG («Solactive») ist die Lizenzgeberin des Solactive Pet Industry Index (der «Index»). Die Finanzinstrumente, die auf dem Index basieren, werden von Solactive in keiner Weise gesponsert, gebilligt, beworben oder verkauft und Solactive gibt keine ausdrückliche oder stillschweigende Zusicherung, Garantie oder Gewährleistung in Bezug auf: (a) die Ratsamkeit, in die Finanzinstrumente zu investieren; (b) die Qualität, Genauigkeit und/oder Vollständigkeit des Index; und/oder (c) die Ergebnisse, die eine natürliche oder juristische Person durch die Verwendung des Index erhält oder erhalten wird. Solactive übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit des Index und haftet nicht für etwaige Fehler oder Auslassungen in Bezug auf den Index. Unbeschadet der Verpflichtungen der Solactive gegenüber ihren Lizenznehmern behält sich Solactive das Recht vor, die Berechnungs- oder Veröffentlichungsmethoden in Bezug auf den Index zu ändern, und Solactive haftet nicht für eine fehlerhafte Berechnungen oder eine falsche, verzögerte oder unterbrochene Veröffentlichungen in Bezug auf den Index. Solactive haftet nicht für entstandene Verluste oder Schäden jeglicher Art, einschliesslich etwa entgangenem Gewinn oder Geschäftsausfall oder besondere, beiläufig entstandene, indirekte oder andere Folgeschäden, die durch die Nutzung (oder die Unmöglichkeit der Nutzung) des Index erlitten wurden oder entstanden sind.

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