Trading Desk
Ein Klassiker neu gedacht
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Serge Nussbaumer
Chefredaktor
Mit den neuen Mini-Futures der Zürcher Kantonalbank auf den VIX können Anleger erstmals gezielt und ohne Rollverluste auf die Marktunsicherheit setzen – und das mit fixer Laufzeit und voller Kostenkontrolle.
Mini-Futures sind seit Jahren ein fester Bestandteil des Börsenhandels und erfreuen sich bei aktiven Anlegern grosser Beliebtheit. Sie ermöglichen es, mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz überproportional an der Kursentwicklung eines Basiswerts zu partizipieren – sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen. Besonders spannend wird dieses Instrument, wenn es auf den Volatilitätsindex, wie beispielsweise den VIX, emittiert wird. Der VIX misst die erwartete Schwankungsbreite des S&P 500 und gilt als Barometer für die Nervosität an den Märkten. Bislang waren Mini-Futures vor allem als Open-End-Produkte bekannt, doch nun gibt es eine interessante Neuerung: Mini-Futures auf den Volatilitätsindex mit fester Laufzeit.
Die ZKB setzt neue Massstäbe
Sie hat als erstes Institut in der Schweiz eine Serie von Mini-Futures mit fixer Laufzeit auf den VIX mit unterschiedlichen Verfallsdaten lanciert. Damit setzt die Bank einen Meilenstein im Bereich der Strukturierten Produkte und bietet Anlegern erstmals die Möglichkeit, gezielt und ohne Rollverluste auf die Entwicklung der Volatilität zu setzen. Diese Produkte sind besonders für Investoren interessant, die eine bestimmte Markterwartung innerhalb eines klar definierten Zeitraums umsetzen möchten.
Der stille Renditekiller
Das Grundprinzip von Mini-Futures ist schnell erklärt: Der Anleger investiert nur einen Bruchteil des Basiswerts, den Rest finanziert der Emittent. Ein integriertes Stop-Loss-Level schützt vor Nachschusspflichten und begrenzt das Risiko auf den eingesetzten Betrag. Bei klassischen Mini-Futures mit unbegrenzter Laufzeit entsteht allerdings ein Problem, das insbesondere bei Basiswerten wie dem VIX ins Gewicht fällt: Rollverluste. Diese Verluste entstehen, weil der Emittent die Position laufend an die jeweils aktuellen Futures-Kontrakte anpassen muss, um die Preisbildung des Produkts zu gewährleisten. Da die Terminstruktur des VIX-Futures häufig in Contango notiert, also die länger laufenden Futures teurer sind als die kurzfristigen, führt das ständige Rollen zu einem schleichenden Wertverlust des Mini-Futures, selbst wenn sich der VIX kaum bewegt.
Die Umsetzung mit fixer Laufzeit bietet mehr Transparenz
Die Innovation der neuen Mini-Futures mit fixer Laufzeit setzt genau hier an. Da das Produkt ein definiertes Enddatum besitzt, entfällt das ständige Rollen der Position. Der Anleger ist somit nicht mehr dem schleichenden Wertverlust durch Rollkosten ausgesetzt. Die Finanzierungskosten sind über die Laufzeit fixiert und transparent, was die Performance des Produkts deutlich planbarer macht. Am Ende der Laufzeit wird der Mini-Future einfach zum aktuellen Wert abgerechnet, ohne dass sich der Anleger um das Management der Position kümmern muss. Das macht diese Produktvariante besonders attraktiv für alle, die gezielt auf eine bestimmte Entwicklung der Volatilität innerhalb eines festgelegten Zeitraums setzen möchten.
Was Anleger wissen müssen
Auch bei den neuen Mini-Futures bleibt die Hebelwirkung erhalten. Anleger profitieren weiterhin überproportional von Bewegungen im Volatilitätsindex. Das Stop-Loss-Level schützt vor Nachschusspflichten und begrenzt das Risiko auf den Kapitaleinsatz. Das Risiko eines Totalverlusts bleibt jedoch bestehen, insbesondere wenn sich der Basiswert stark gegen die eigene Position entwickelt oder das Stop-Loss-Level ausgelöst wird. In solchen Fällen kann der Rückzahlungsbetrag sehr gering sein. Dennoch sorgt die feste Laufzeit für eine klare Kalkulierbarkeit und verhindert die für viele Anleger schwer durchschaubaren Rollverluste, die bislang ein grosses Manko bei Volatilitätsprodukten darstellten.
Neue Perspektiven für das Volatilitätsmanagement
Insgesamt bieten Mini-Futures auf den Volatilitätsindex mit fixer Laufzeit eine innovative und kosteneffiziente Möglichkeit, gezielt auf die Entwicklung der Marktvolatilität zu setzen. Sie verbinden die bekannten Vorteile klassischer Mini-Futures – wie Hebel, Transparenz und Verlustbegrenzung – mit der Planbarkeit und Kosteneffizienz einer festen Laufzeit. Damit eröffnen sie neue Perspektiven für das aktive Volatilitätsmanagement und die Diversifikation im Portfolio.
Eine spannende Alternative zur klassischen Absicherung eines Portfolios könnte der Einsatz eines Mini-Future Long auf den VIX sein, um in Phasen zunehmender Unsicherheit gezielt von steigender Volatilität zu profitieren. Umgekehrt bieten Mini-Futures Short auf den VIX die Möglichkeit, bei abnehmender Marktangst oder generell in Zeiten negativer Marktentwicklung Erträge zu erzielen. Diese Strategien ermöglichen es Anlegern, flexibel auf verschiedene Marktszenarien zu reagieren und ihre Portfolios gezielt abzusichern oder auszurichten.
Alle derzeit aktiven Produkte auf den VIX mit fixer Laufzeit, egal ob Short oder Long, finden Sie hier.