Trading Desk
Hohe Gewinne dank Kopfstand
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Martin Raab
Investment-Stratege
Der Hype um KI-Aktien ist seit einigen Wochen traumhaft lukrativ – allerdings nur für Trader, die Short-Produkte nutzen.
Die konventionelle Geschichte der KI-Aktien liest sich einfach: Künstliche Intelligenz ist das nächste Big Thing. Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, werden traumhafte Rekordgewinne erzielen. Daher sind im April und Mai, also vor gerade einmal ein paar wenigen Handelswochen, unzählige Tech-Aktien mit KI-Exposé geradezu explodiert. Sowohl grosse Blue-Chips als auch Nobody Stocks schraubten sich dank massiver Kauforders an den Börsen rasant nach oben. Intraday-Kursgewinne von 20% oder mehr waren keine Seltenheit. In der Folge verzeichneten sowohl Einzeltitel als auch exponierte Indizes, wie der KOSPI in Südkorea, innerhalb von drei bis vier Wochen Zuwächse von 60% oder sogar 300%. Dabei sein ist alles! Insbesondere Retail-Zocker heizten das Ganze massiv an.
Wer die Year-to-date-Chartbilder jedoch aufmerksam betrachtete und den Börsenfernseher ausschaltete, stellte sich unweigerlich Fragen. Ist es ernsthaft sinnvoll, eine Aktie oder einen Index zu kaufen, der bereits heiss glühend in den Himmel gestiegen ist? Für mutige Trader mit einem freien Geist klingelte fortan die Kasse – dank Short Mini-Futures auf beispielweise den gehypten Speicherkartenhersteller SanDisk oder auf den KOSPI. Die Derivateküche bietet erstklassige Möglichkeiten. Mit Geschick konnten so antizyklisch Renditen von 100% und mehr innerhalb kürzester Zeit erzielt werden.
Stichwort Zeit: Das Timing für Gewinnmitnahmen als «Shorty» ist jetzt reif. Eine gute Nachricht für alle, die diese Gelegenheit verpasst haben: Sofern sich die Erholungstendenzen der korrigierten Kursraketen (u.a. bei SanDisk) fortsetzen, kommen bald charttechnische «Doppeltops» zu Tage. Dann könnte der Kopfstand mit Mini-Shorts & Co. unter Risikokontrolle von neuem starten.