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Idorsia öffnet die nächste Wachstumstür

29.07.2026 4 Min.
  • Christian Ingerl
    Redaktor

Die Firma gewinnt operativ und finanziell wieder an Spielraum. Neue Quviviq-Partnerschaften, Fortschritte bei Aprocitentan und die Halbjahreszahlen am 30. Juli könnten die Aktie nun über ihr Drei-Jahres-Hoch treiben.

Das Biopharmaunternehmen aus Allschwil setzt seinen Expansionskurs weiter fort. Mit Jamjoom Pharma hat Idrosia soeben eine exklusive Vereinbarung zur Vermarktung und Distribution des Schlafmittels Quviviq in Saudi-Arabien und der Levante geschlossen. Die Börse reagierte prompt: Die Aktie legte deutlich zu und rückte wieder näher an das bei CHF 7.56 markierte Drei-Jahres-Hoch heran. Damit nimmt die Turnaround-Geschichte, die vor wenigen Monaten noch stark von Finanzierungsfragen geprägt war, erneut Fahrt auf.

Neuer Partner

Die Details: Jamjoom Pharma übernimmt die regulatorischen Aktivitäten sowie die Vermarktung und Distribution in der Region. Idorsia erhält im Gegenzug eine Vorauszahlung, weitere erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen. Auch wenn die genauen finanziellen Abmachungen noch nicht veröffentlicht wurden, erscheint der Vertrag attraktiv: Idorsia kann zusätzliche Märkte erschliessen, ohne dort selbst eine kostspielige Vertriebsorganisation aufbauen zu müssen. Gleichzeitig entstehen neben den Lizenzgebühren auch Lieferumsätze. Nach Vereinbarungen für Lateinamerika, den asiatisch-pazifischen Raum und mehrere Golfstaaten liefert der Jamjoom-Deal letztlich weitere Belege dafür, dass Quviviq schrittweise zu einer globalen Marke wird. 

Dynamisches Wachstum…

Auch das Fundament für diese Strategie wird zunehmend stabiler. Im ersten Quartal 2026 stieg der von Idorsia selbst erzielte Quviviq-Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 74% auf CHF 44 Mio. Weitere Markteinführungen, zusätzliche Kooperationen mit Hausärzten und neue Direktvertriebsmodelle sollen das Wachstum weiter beschleunigen. Für das Gesamtjahr peilt das Management Quviviq-Erlöse von CHF 200 Mio. an, nach CHF 134 Mio. im Jahr 2025.

…und weitere Hoffnungsträger

Zusätzliche Fantasie kommt aus der klinischen Entwicklung. Daridorexant, der Wirkstoff von Quviviq, verbesserte in den zulassungsrelevanten Studien sowohl das Ein- und Durchschlafen als auch die Tagesaktivität der Patienten. Inzwischen liegen laut Idorsia zudem positive Studiendaten für Kinder und Jugendliche mit Schlafstörungen vor. Neben Quviviq besitzt Idorsia mit Aprocitentan einen zweiten Wirkstoff mit beträchtlichem kommerziellem Potenzial. Das Präparat wird in den USA unter dem Namen Tryvio und in Europa, der Schweiz, Grossbritannien und Kanada als Jeraygo vermarktet beziehungsweise ist dort zugelassen. Es richtet sich an Patienten, deren Bluthochdruck trotz der Einnahme mehrerer Medikamente nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

Den klinischen Durchbruch brachte die Phase-III-Studie PRECISION. Darin senkte Aprocitentan den Blutdruck nach vier Wochen statistisch signifikant stärker als ein Placebo. Der nächste Werttreiber wäre nun eine umfassende Vermarktungspartnerschaft. Gespräche mit mehreren Interessenten laufen aber erst noch, Einnahmen aus Aprocitentan sind in der aktuellen Jahresprognose daher nicht berücksichtigt.

Semester-Abrechnung

Am 30. Juli steht die nächste wichtige Bewährungsprobe an. Idorsia veröffentlicht dann die Halbjahreszahlen. Im Mittelpunkt dürfte weniger der durch Einmalzahlungen schwankende Gesamtumsatz stehen als die Entwicklung der Quviviq-Verkäufe. Nach CHF 44 Mio. im ersten Quartal müssen in den verbleibenden drei Quartalen durchschnittlich CHF 52 Mio. erzielt werden, um das Jahresziel von CHF 200 Mio. zu erreichen. Darüber hinaus erwartet der Markt eine Bestätigung der Prognose. Diese sieht einen Non-GAAP-Betriebsverlust von rund CHF 120 Mio. bei Betriebskosten von etwa CHF 330 Mio. vor.

Unter dem Strich erscheint die Idorsia-Aktie für risikobereite Anleger interessant. Die weltweite Expansion von Quviviq, die Option auf weitere Patientengruppen, das Potenzial von Aprocitentan und die bis 2028 verlängerte Finanzierungsreichweite bilden ein überzeugenderes Gesamtbild als noch vor wenigen Monaten. Liefert Idorsia am 30. Juli steigende Quviviq-Umsätze und bestätigt den Ausblick, könnte die Aktie das Drei-Jahres-Hoch bei CHF 7.56 erneut angreifen. 

Anlagelösung

Für den Fall, dass sich Idorsia eine Verschnaufpause vor einer weiteren Gipfeljagd gönnen sollte, wäre der Barrier Reverse Konvertible SJERCH von Raiffeisen eine passende Lösung. Das Produkt stellt eine Seitwärtsrendite von 18.6% p.a. bei einem beruhigenden Puffer von 54% in Aussicht. Die Laufzeit bei dem BRC endet im Juli 2027.

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