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Novartis: Im Sog der Blockbuster

16.07.2025 4 Min.
  • Wolfgang Hagl
    Redaktor

Im Rahmen der morgigen Zahlenvorlage könnte der Pharmariese die Prognose erhöhen – wie Trader auf positive News von Novartis setzen können.

Zölle, Zölle und noch einmal Zölle: Die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump ist und bleibt 2025 das bestimmenden Wirtschafts- und Börsenthema. Insofern bietet die nun anstehende Berichtssaison eine willkommene Abwechslung für Analysten, Strategen und Investoren. Im SMI nimmt die Zahlenflut morgen ihren Lauf. Mit ABB und Novartis präsentieren am Donnerstag zwei Schwergewichte des heimischen Aktienmarktes ihre Zwischenberichte. In punkto Performance hatte Novartis die Nase im ersten Semester 2025 vorne. Beim Pharmakonzern dehnte sich die Kapitalisierung gegenüber dem Niveau von Ende vergangenen Jahres um 8.4% aus, während sie beim Industriegiganten moderat geschrumpft ist.

Für Novartis-CEO Vas Narasimhan geht es morgen darum, eine Serie zu verlängern. Seit dem 1. Quartal 2024 konnte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten mit jedem Dreimonatsabschluss übertreffen. Zuletzt fiel die Überraschung besonders heftig aus. Für das Auftaktquartal 2025 konnte Novartis je Aktie ein Ergebnis von USD 2.28 verbuchen. Das waren zu konstanten Wechselkursen 31% mehr, als im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt mit einem Profit von USD 2.10 je Anteilsschein gerechnet. Möglich machte den Gewinnsprung ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum. Einmal mehr konnte sich Novartis auf seine Blockbuster-Präparate verlassen. Beispiel Kisqali: Die Umsätze mit dem Medikament zur Behandlung von Brustkrebs nahmen in den ersten drei Monaten des Jahres zu konstanten Wechselkursen um 56% auf USD 956 Mio. zu.

Im Rampenlicht

Nach Ansicht von David Evans, Analyst bei Kepler Cheuvreux, unterschätzt der Markt das Potenzial dieses Wirkstoffs nach wie vor. «Die Konsensschätzungen für Kisqali steigen, doch sie haben unserer Ansicht nach viel Potenzial nach oben», schreibt er in einem Kommentar. Gleichzeitig verweist der Experte auf die erfolgreiche Einführung des Medikaments für die Anwendung bei Brustkrebs im Frühstadium. Regional betrachtet wächst Kisqali in den USA besonders stark – im 1. Quartal 2025 nahmen die Umsätze dort um 87% zu. Laut Evans kann Novartis das Absatzvolumen des Produkts in den Staaten auf Jahressicht mehr als verdoppeln. Er traut Kisqali daher in diesem Markt neuerdings Spitzenumsätze von mehr als USD 12 Mrd. zu. «Wir erwarten absolut, dass Novartis, die Prognose für den Spitzenumsatz von Kisqali erhöht», schreibt der Analyst. In jedem Fall wird das Produkt seiner Meinung nach bei der Zahlenvorlage ein «star of the show» sein.

Rating bestätigt

Evans sieht darüber hinaus viel Potenzial in Pluvicto, einem Präparat zur Behandlung von Prostatakrebs und rechnet bald mit Ergebnissen einer Phase-III-Studie für «ianalumab». Unter diesem Namen entwickelt Novartis ein Medikament gegen die Autoimmunerkrankung SLE. Falls das Präparat wirkt, könnte sich auch hier ein Milliarden-Umsatz-Potenzial auftun. Ungeachtet dessen hält es der Analyst für möglich, dass Novartis ein weiteres Mal die Prognose erhöht. Bis dato stellt der Konzern beim Umsatz für 2025 ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Das operative Kernergebnis soll überproportional im niedrigen zweistelligen Prozentbereich nach oben gehen. Konsequenterweise hält Kepler Chevreux vor dem Zahlentermin an der Kaufempfehlung für Novartis fest und taxiert das Kursziel auf CHF 106.

Mit dieser Einschätzung weicht das Researchhaus nach oben vom Konsens ab. Im Schnitt lautet das Rating für Novartis lediglich auf «Halten». Für das 2. Quartal 2025 gehen die Analysten im Mittel von einem Ergebnis je Aktie in Höhe von USD 2.37 aus. Das wäre ein Fünftel mehr, als im selben Zeitraum des Vorjahres. Beim Umsatz liegt die durchschnittliche Schätzung für April bis Juni 2025 bei einem Wachstum von 13.3% auf USD 14.81 Mrd.

Anlagelösung

Auf positive News respektive eine Erhöhung der Prognose können Trader mit dem Long Mini-Future MNOBET setzen. Das Leonteq-Produkt partizipiert mit einem Hebel von aktuell 8.4 an steigenden Kurse bei Novartis. Der Stop Loss befindet sich bei CHF 85.7875. Der Abstand von 10.57% auf den Kurs des Basiswertes darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass überproportionale Verluste drohen, falls Novartis nach unten dreht.

Fest steht, dass das Dauerthema Zölle während der Berichtssaison im Allgemeinen und an der Präsentation von Novartis im Speziellen nicht aussen vor bleiben wird. Zwar gelten die von den USA im April eingeführten Zusatzzölle nicht für pharmazeutische Produkte. Doch die zukünftige Behandlung ist offen und dürfte in den Verhandlungen des Bundesrates mit Washington D.C. eine zentrale Rolle spielen.

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