Zurück
payoff Traders Idea Trading Desk

SAP: KI und Cloud im Fokus

27.01.2026 4 Min.
  • Wolfgang Hagl
    Redaktor

Am Donnerstag präsentiert der Softwarekonzern die Resultate für 2025. Mit soliden Zahlen und einem optimistischen Ausblick könnte SAP an der Börse die Wende einläuten.

Vor knapp einem Jahr war die Welt für die lange Zeit erfolgsverwöhnten Aktionäre von SAP noch in Ordnung. Am 19. Februar 2025 erreicht die Aktie des Softwarekonzerns ein Allzeithoch von EUR 283.50. Doch dann drehte der Large Cap nach unten. Heute notierte SAP gut 30% unter dem historischen Top. Auf diese Weise hat der Konzern rund EUR 100 Mrd. an Börsenwert eingebüsst. Mit dem Schwergewicht stand der gesamte europäische Softwaresektor unter Druck. An der Börse wird der Vormarsch der Künstliche Intelligenz (KI) als ein Grund für die kollektive Schwäche genannt. Er stellt demnach eine Bedrohung für die etablierten Geschäftsmodelle von SAP & Co. dar. «Mit KI könnten viele Module einfacher zu entwickeln und zu vervielfältigen sein», erklärte der Portfoliomanager Angelo Meda vom Vermögensverwalter Banor SIM kürzlich gegenüber Reuters.

News zum Frühstück

Bei SAP sorgte darüber hinaus das Cloud-Geschäft für Stirnrunzeln. Das Wachstum der Sparte hat sich abgeschwächt. Nach Ablauf der ersten drei Quartale 2025 musste CEO Christian Klein die Prognose für die die Umsätze auf das untere Ende der angepeilten Spanne von EUR 21.6 bis 21.9 Mrd. nachjustieren. Morgen erfahren die Märkte, ob der Konzern diese Vorgabe erreicht hat. Um 6:00 Uhr veröffentlicht SAP die Ergebnisse für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2025. Eine Stunde später steht eine Telefonkonferenz mit Analysten an. SAP selbst hat die Erwartungen der Experten zusammengetragen. Demnach rechnet der Konsens damit, dass das Unternehmen hinter der eigenen Vorgabe zurückgeblieben ist. Die durchschnittliche Schätzung indiziert für das vergangene Jahr Cloud-Umsätze von etwas mehr als EUR 21 Mrd. Das würde gegenüber 2024 ein Wachstum von 23% bedeuten.

Da die Erlöse im Softwaregeschäft deutlich geschrumpft sein dürften, rechnen die Analysten für das Gesamtunternehmen mit einem Umsatzwachstum von lediglich 8%. Gleichwohl trauen sie SAP beim operativen Ergebnis eine Steigerung von mehr als einem Viertel auf EUR 10.33 Mrd. zu. Damit hätte sich die Marge um mehr als 4 Prozentpunkte auf 28.0% ausgedehnt. Ein weiteres Augenmerk dürfte auf dem Auftragsbestand der Cloud-Sparte liegen. Kepler Cheuvreux hält hier eine kleine Überraschung für möglich. Die Analysten begründen diese These damit, dass es SAP gelungen sein könnte, Aufträge zu fixieren, um die sich das Unternehmen schon länger bemüht hatte. Auf diese Weise könnte das «Order backlog» im Cloud-Segment 2025 zwischen 26% und 27% gewachsen sein. Der Konsens rechnet mit einer Steigerung von 25.7%.

Optimistische Haltung

Mindestens genauso wichtig, wie die Zahlen wird der Ausblick. Mit einer optimistischen Prognose könnte SAP den Skeptikern den Wind aus den Segeln nehmen. Kepler Cheuvreux rechnet damit, dass die Verantwortlichen für das laufende Jahr eine etwas schnellere Gangart anpeilen. Konkret rechnet das Frankfurter Researchhaus für die Cloud- und Softwareumsätze mit einem Wachstumsziel (zu konstanten Wechselkursen) von 12% bis 14%. Generell nehmen die Analysten eine positive Haltung zu dem DAX-Schwergewicht ein. Bis 2030 trauen sie SAP ein jährliches prozentual zweistelliges Wachstum von Umsatz und Gewinn zu. Am Ende der Prognosespanne könnte SAP ein Ergebnis je Aktie von mehr als EUR 15 erwirtschaften. Zum Vergleich: Für 2025 rechnet der Konsens je Anteilsschein mit einem Gewinn von EUR 6.08. Folgerichtig bleibt Kepler Cheuvreux vor dem Zahlentermin bei der Kaufempfehlung für SAP und taxiert das Kursziel auf EUR 285.

Anlagelösung

Keinen Hehl machen die Analysten daraus, dass der mit dem KI-Vorstoss einhergehende Druck auf die Bewertungen im Softwaresektor sowie das starke Interesse an Aktien aus dem Hardware-Bereich auf SAP lasten. Sollte es dem Konzern morgen gelingen, die Zweifel zu zerstreuen und das Management neben soliden Zahlen einen optimistischen Ausblick präsentieren, ist trotz allem ein Rebound möglich. Auf das Eintreten eines solchen Szenarios können Trader mit dem Mini-Future Long (Valor 131926657) setzen. Das von der Société Générale auf Swiss DOTS gehandelte Papier nimmt mit einem Hebel von aktuell 5.3 an steigenden Kursen teil. Achtung: Sollte SAP enttäuschen respektive im Abwärtstrend gefangen bleiben, drohen überproportionale Verluste.

Vergleichsweise gelassen können Inhaber des Barrier Reverse Convertible RSAAIV die weitere Entwicklung verfolgen. Das von der Bank Vontobel kurz vor Weihnachten emittierten Produkt zeigt eine Seitwärtsrendite von 11.5% p.a. Diese Chance lebt, solange SAP nicht auf oder unter die Barriere von EUR 143.78 fällt. Momentan trennen den Basiswert 26.2% von dieser Schwelle.

Weitere News aus der Rubrik

Unsere Rubriken