Trading Desk
Vestas: Der Wind steht günstig
-
Christian Ingerl
Redaktor
Mit überraschend starken Quartalszahlen und einer angehobenen Gewinnprognose hat Vestas an der Börse für neuen Rückenwind gesorgt. Auch charttechnisch ist der Knoten geplatzt: Die Aktie hat ihre jüngste Seitwärtsphase beendet und nach oben ausgebrochen. Für Momentumjäger eröffnet sich damit eine neue Trading-Chance.
Der Wind hat beim dänischen Windkraftanlagenbauer Vestas Wind gedreht. Und zwar kräftig. Mit überraschend starken Zahlen zum zweiten Quartal hat der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen und zugleich seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Die Börse reagierte entsprechend euphorisch, die Aktie sprang um mehr als ein Zehntel nach oben. Damit hat sich auch das charttechnische Bild schlagartig aufgehellt: Nachdem der Titel über Wochen zwischen der 100- und der 200-Tage-Linie eingeklemmt war, gelang mit einem Kurssprung der Befreiungsschlag nach oben.
Den Treibstoff für den Ausbruch lieferten vor allem die Margen. Vestas steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 26.1% auf EUR 4.72 Mrd. und lag damit rund 2% über den Konsenserwartungen. Noch eindrucksvoller fiel jedoch das Ergebnis aus: Das bereinigte Ebit erreichte EUR 446 Mio., während Analysten lediglich mit durchschnittlich EUR 205 Mio. gerechnet hatten. Die entsprechende Marge von 9.4% war damit mehr als doppelt so hoch wie die erwartete.
Power Solutions liefert Paukenschlag
Verantwortlich für die positive Überraschung war vor allem das Kerngeschäft Power Solutions. Dessen Umsatz schnellte um 36.8% nach oben, die operative Marge schaffte zugleich einen bemerkenswerten Sprung von -0.4% im Vorjahresquartal auf 10.4%. Neben höheren Volumina zahlten sich eine günstige regionale Zusammensetzung und vor allem eine reibungslose Projektabwicklung aus. Auch operativ läuft die Maschinerie schneller. Die ausgelieferte Leistung erhöhte sich um ein Viertel auf 3‘504 Megawatt. Besonders stark entwickelte sich Offshore: Hier haben sich die Auslieferungen von 320 auf 776 Megawatt mehr als verdoppelt.
Ganz rund läuft es allerdings noch nicht. Im Servicegeschäft sank der Quartalsumsatz um 5.5% Prozent auf EUR 896 Mio., die Marge sank von 17.2% auf 16.6%. Das laufende Sanierungs- und Effizienzprogramm soll aber bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Rückenwind liefert dabei der gewaltige Auftragsbestand im Servicegeschäft von EUR 40.9 Mrd. bei einer durchschnittlichen Vertragslaufzeit von 11 Jahren.
Prognose mit Luft nach oben
Nach dem starken Quartal hat Vestas seine Gewinnprognose angehoben. Für 2026 wird nun eine Ebit-Marge vor Sondereffekten von 7% bis 9% erwartet, bislang waren 6% bis 8% Prozent avisiert worden. Die Umsatzprognose von EUR 20 bis 22 Mrd. bleibt unverändert. Einige Analysten halten die neue Zielspanne für eher vorsichtig und können sich eine weitere Anhebung im Rest des Jahres vorstellen. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass auch die Nachfrageseite günstig bleibt. Vestas verweist auf den weltweit steigenden Stellenwert von Energiesicherheit und bezahlbarer Stromversorgung. Das Management selbst demonstriert auch Zuversicht. Ein neues Aktienrückkaufprogramm über EUR 400 Mio. erhöht das Rückkaufvolumen im laufenden Jahr auf insgesamt EUR 650 Mio.
Anlagelösung
An der Börse hat die operative Trendwende bereits deutliche Spuren hinterlassen. Der Ausbruch über die 100-Tage-Linie hat die vorherige Seitwärtsphase beendet, zugleich ist die weiter steigende 200-Tage-Linie inzwischen wieder weit entfernt. Nach dem kräftigen Kurssprung muss kurzfristig zwar mit Gewinnmitnahmen gerechnet werden, das technische Momentum spricht aber für weiter steigende Notierungen.
Momentumjäger können daher auf die Vestas-Aktie aufspringen. Besonders risikobereite Anleger können einen weiteren Anstieg über den auf SwissDOTS kotierten Unlimited Turbo-Optionsschein von Société Générale (ISIN DE000FD52WT3) spielen. Der Call verfügt über einen Hebel von derzeit 3.1. Der Basispreis liegt bei DKK 138.4240, die Stoppschwelle bei DKK 146.30. Der Hebel sorgt dafür, dass Kursbewegungen der Vestas-Aktie überproportional auf das Laufzeit unbegrenzte Produkt durchschlagen – allerdings in beide Richtungen. Wird die Stoppschwelle erreicht, drohen Verluste bis zum eingesetzten Kapital. Daher eignet sich der Schein ausschliesslich für spekulativ orientierte Anleger mit entsprechender Risikobereitschaft.
