Zurück
payoff Trading Desk

Bitcoin: Dunkle Realitäten 

17.12.2025 2 Min.
  • Martin Raab
    Investment-Stratege

Der jüngste Kurssturz von rund 36% hat deutlich gemacht, dass Bitcoin nicht durch fundamentale Faktoren gestützt wird, sondern lediglich durch Phantasie und grosse Wallet-Owner. Geht zu Weihnachten das Licht aus?

Wer professionell mit Aktien und anderen Finanzprodukten handelt, weiss: Kursbewegungen sind keine Einbahnstrasse. Diese Realität dringt nun auch im Lager der bisher erfolgsverwöhnten Krypto-Jünger rasch ins Bewusstsein. Panikverkäufe, Margin-Calls, verzweifelte Kommentare mit dem Hashtag #BTC und Durchhalteparolen der Bitcoin-Broker prägen die Berichte zum jüngsten Bitcoin-Crash.

Ob aus Bauchgefühl oder aufgrund vertraulicher Warnungen – erste Profis verkauften bereits bei Kursen um USD 120’000 in grossem Stil. Die nächste Verkaufswelle folgte wenige Tage, nachdem «The Crypto’s Richest Man» Changpeng Zhao im Oktober einen attraktiven Vergleich im US-Strafverfahren erzielt hatte. Er zahlte USD 4.3 Milliarden an das US-Justizministerium. Sein tatsächliches Vermögen bleibt nebulös. Schätzungen reichen von USD 70 Millionen bis zu schwindelerregenden USD 70 Milliarden, die auf diverse Wallets und Kryptowährungen verteilt sind.

Inzwischen hat sich auch der Wert zahlreicher Zocker-Depots mit Bitcoin-Derivaten verflüchtigt. Am Markt sind Bitcoin-Futures, Optionen und Hebelprodukte mit einem Hebel von bis zu 10 verfügbar. Die brutale Kehrtwende von -36% innerhalb von rund 20 Handelstagen löste massenweise Margin-Calls aus und schärfte das Bewusstsein. Bei Bitcoin gibt es keine fundamentalen Faktoren.

Vielmehr hängen die BTC-Kurse von den Aktivitäten der wertmässig grössten Krypto-Wallets ab, in denen schwindelerregende Beträge lagern. Diese weisen oft eine Verbindung zu China oder Hongkong auf – sei es über Börsen wie Binance & Co. oder die alte Miner-Garde aus der Zeit, als China das globale BTC-Mining dominierte. Auffällig ist auch, dass die Familie des US-Präsidenten inzwischen sehr grosse Wallets hält. Laut Reuters nahmen die Trumps allein im ersten Halbjahr 2025 über USD 800 Millionen aus der Emission von Kryptowerten ein. Die verkauften Coins wurden mutmasslich in Bitcoin getauscht und dürften weiterhin eine dominierende Rolle im Portfolio der Familie spielen.

Konspirative Stimmen warnen deshalb, Peking könne in den «Trade Talks» mit den USA relativ einfach einen weiteren Joker ausspielen. Druck auf den BTC-Preis. Bei Bitcoin gibt es keinen regulierten Circuit Breaker. Sehen wir also bald USD 70’000 oder gar vierstellige Kurse? Dann geht bei vielen definitiv das Licht aus – und das ausgerechnet zu Weihnachten.

Weitere News aus der Rubrik

Unsere Rubriken