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payoff Interviews

Strukturierte Kreditstrategien im Aufwind

02.10.2025 3 Min.
  • Serge Nussbaumer
    Chefredaktor

Herr Haupt: Wer ist Valeur?

Valeur ist eine spezialisierte Investment-Boutique mit Fokus auf Fixed Income und Credit. Wir managen rund EUR 3.5 Milliarden über Fonds, SPVs und Multi-Asset-Strategien – von Investment Grade über Hybrid Credit bis zu CLOs und Private Markets. Unsere Stärke liegt in der Verbindung von Credit-Expertise und Strukturierung. So schaffen wir über UCITS, RAIFs oder dedizierte Vehikel klare Mehrwerte für institutionelle Anleger.

Welche Unterschiede gibt es zwischen CLOs und Subprime-CDOs?

CLOs und Subprime-CDOs teilen gewisse Strukturelemente, unterscheiden sich aber grundlegend. CLOs basieren auf besicherten Unternehmenskrediten, nicht auf schwachen Hypotheken. Manager steuern aktiv und halten Risikoanteile, was ihre Interessen mit denen der Investoren ausgleicht. Zudem wurden nach 2008 strengere Regeln eingeführt. Historisch blieben Senior-Tranchen auch in Krisen ohne Ausfälle und gelten als robuste Anlageklasse.

Welche Rolle spielen CLOs in institutionellen Portfolios?

CLOs sind heute ein etabliertes Element institutioneller Portfolios. Versicherungen, Banken, Pensionskassen und Family Offices investieren zunehmend in diese Anlageklasse. Besonders attraktiv ist der variable Kupon, der sich direkt an höhere Zinsen anpasst. CLOs ersetzen Anleihen nicht, sondern ergänzen sie als wertvoller Diversifikationsbaustein. Im Renditevergleich liegen sie meist über gleich bewerteten Bonds.

Wie bewerten Sie die Renditechancen einzelner CLO-Tranchen im heutigen Marktumfeld steigender Zinsen? 

CLOs bieten ein breites Rendite- und Risikospektrum. AAA-Tranchen zahlen aktuell rund Euribor +1.3% p.a. und sind stark geschützt. Mezzanine-Tranchen bieten deutlich mehr, von +2.1% bis +8%. Equity ist volatiler, ermöglicht aber zweistellige IRRs. Damit können Investoren ihr Exposure gezielt auf ihre Risikoneigung zuschneiden. Diese Flexibilität ist eine zentrale Stärke der Anlageklasse.

Wo sehen Sie die grössten Risiken für CLO-Investoren?

Das Hauptrisiko liegt bei Kreditausfällen, die vor allem Mezzanine- und Equity-Tranchen treffen. AAA ist stark geschützt, unterliegt aber Marktwertschwankungen. In Stressphasen kann zudem die Liquidität sinken, was temporär Druck auf Preise ausübt. Konjunkturschwächen wirken direkt auf Ausfälle. Regulierung spielt eine Rolle, ist aber weniger entscheidend. Ausschlaggebend bleibt die Qualität des CLO-Managers.

Welche Kriterien sind aus Ihrer Sicht entscheidend bei der Auswahl eines CLO-Managers?

Die Managerwahl ist bei CLOs vor allem in den unteren Teilen der Kapitalstruktur entscheidend. Bei Equity- und Mezzanine-Tranchen wirken sich Zyklenerfahrung, aktives Handeln und die Begrenzung von Ausfällen direkt auf die Renditen aus. Auf AAA-Ebene dominieren strukturelle Schutzmechanismen, doch auch Dokumentation kann die Laufzeit beeinflussen. Wichtige Kriterien sind Erfahrung, Erfolgsbilanz, Teamstabilität, Transparenz und Co-Investments.

Vielen Dank.

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Michael Haupt
Senior Institutional Sales bei Valeur Securities

Michael Haupt ist Senior Institutional Sales im Asset Management in Zürich mit Schwerpunkt auf Fixed Income und Credit. Nach Stationen bei Vontobel und Partners Group verantwortet er seit 2025 bei Valeur Securities den Ausbau des Geschäfts mit Actively Managed Certificates und Fonds. Sein Fokus liegt auf Credit-Strategien wie CLOs, Hybrid Credit und Private Markets sowie auf der Entwicklung massgeschneiderter Multi-Asset-Lösungen für institutionelle Kunden in der Schweiz. Mit über 15 Jahren Erfahrung verbindet er Vertriebsexpertise, Strukturierungs-Know-how und ein starkes Netzwerk im EAM- und Family-Office-Segment.

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